Ausstellung Kriegslügen//

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    07. März bis 02. April 2017

    Kriegslügen - 1. Weltkrieg

    Künstlerflugblätter, Plakate, Installationen

    Vernissage: 07.März 2017 19.00Uhr

    Begrüßung: Horst Werner - Fabrik der Künste

    Einführung: Michael Jürgs – Journalist

    Kurator: Karl Günther Barth – ehem. stellvertr. Chefredakteur Hamburger Abendblatt

    Öffnungszeiten: Di. - Fr. 15 -19 Uhr Sa.- So. 12 - 18 Uhr

     

    Die Wahrheit, heißt es, stirbt im Krieg zuerst. An ihre Stelle tritt ihre hässliche Schwester. Die Lüge. Es ist eben nicht "süß und ehrenvoll fürs Vaterland zu sterben", wie Horaz, der wohl berühmteste Dichter der Antike, behauptete. Der Tod ist der Ernstfall des Lebens. Er ist blutig und dreckig. Und jeder stirbt für sich allein. Ob als Soldat im Schützengraben oder als Kind im Bombenhagel von Aleppo.

    Die Ausstellung Kriegslügen in der Fabrik der Künste versucht einen argumentativen und emotionalen Bogen über den ersten Weltkrieg und weitere Kriege bis in die Gegenwart zu schlagen. "Jeder Stoß ein Franzos, jeder Schuss ein Russ!" In nahezu patriotischer Ekstase begrüßten mit Max Liebermann, Ernst Heckel, Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kircher, Max Slevogt die berühmtesten Künstler Deutschlands 1914 den Beginn des ersten Weltkriegs. Ernst Barlach zeichnete für die Künstlerflugblätter des großen Galeristen Paul Cassirer den sogar "Heiligen Krieg". Aus Begeisterung aber wurde Ernüchterung, aus Anfeuerung Anklage, als etwa Max Beckmann das Portrait eines Verwundeten als "Andenken an einen gefallenen Freund" zeichnete oder Käthe Kollwitz dem Schrecken des millionenfachen Todes im "Bangen" einer Mutter um ihre Söhne an der Front ein Gesicht gab.

    40 historische "Künstlerflugblätter" der namhaften deutschen Künstler zum Ersten Weltkrieg sind Kernstück der Ausstellung Kriegslügen. Darüber hinaus werden 40 Propaganda-Plakate aus Frankreich, England, und Deutschland gezeigt, auf denen - aus Sicht des jeweiligen Landes - für Krieg geworben und der Feind angeklagt wird.

    Was ist Wahrheit, was Lüge in Zeiten des Krieges? England prangert den Beschuss der Kathedrale von Reims durch die deutschen "Hunnen" an. Der deutsche Künstler Walter Bondy klagt, dass die perfiden Feinde ausgerechnet eine Kirche als Schutzbild für militärische Operationen nutzen.

    Das Gotteshaus als Kollateralschaden? Heute heißen tote Zivilisten schon so - und menschliche Schutzschilder sind zynischer Alltag in den Kriegen der Gegenwart.

    Die Schüler der Klasse 9f der Stadtteilschule Wilhelmsburg berichten in Reportagen, Kollagen und Videofilmen, wie der Krieg sie berührt. In Briefen an Prominente, wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz oder den Rocksänger Udo Lindenberg fragen sie: "Was können wir gegen den Krieg tun?" Die Arbeiten der Kinder, deren Eltern oder Großeltern teilweise selber vor Kriegen im Kosovo, Syrien und im afrikanischen Mali geflohen sind, sind das dritte sehr eindrucksvolle Kernstück der Ausstellung.

    Rahmenprogramm:

    12.03.17  16.00 Uhr              

    Filmvorführung „Im Westen nichts Neues“ nach Erich Maria Remarques weltberühmtem Roman

    18.03.17  16.00 Uhr              

    Gino Leineweber liest aus Arno Surminskis „Vaterland ohne Väter“

    19.03.17  16.00 Uhr              

    Filmvorführung „Westfront 1918“ von G.W. Pabst

    21.03.17  19.00 Uhr              

    „Lügen in Zeiten des Krieges“ – es diskutieren Ulrich Wickert (ehem. Moderator der Tagesthemen u.  Bestseller-Autor), Thomas Frankenfeld (Abendblatt Chefautor), Erich Follath (Publizist und Ex-Auslandschef beim Spiegel), Klaus Liedtke (Kriegsreporter, später Chefredakteur beim stern)

    26.03.17  14.00  Uhr             

    Matinée – Michael Jürgs liest aus seinem Buch „Der kleine Frieden im Großen Krieg“

    02.04.17 ab 16.00 Uhr          

    Finissage mit musikalischem Ausklang mit Studenten der Hamburg School of Music.

    Alle Veranstaltungen Eintritt frei


    Review der Veranstaltung: