Ausstellung Willi Sitte//



     

     

     

    29.Oktober bis 23.November 2014

    Ausstellung des Malers Willi Sitte

    "Menschenbilder"

    Gemälde - Graphiken - Zeichnungen

    Vernissage: Dienstag 28.10.2014 19 Uhr

    Begrüßung: Horst Werner

    Einführung: Dr. Gisela Schirmer - Kunsthistorikerin

    Finissage: 23.11.2014 13.00 Uhr     Führung durch die Ausstellung

    16.00 Uhr     Gesprächsrunde zum Thema „Die Kunst und der Kalte Krieg“

    Moderator:    Karl-Günther Barth (Journalist)

    Teilnehmer:  Prof. Dr. Uwe Schneede (ehem. Direktor des Kunstvereins und der                               
    Kunsthalle), Frau Dr. Gisela Schirmer, Frau Luc Jochimsen (Fernsehjournalistin und Politikerin)

    Öffnungszeiten: Di. - Sa. 14 bis 19 Uhr, So. 11 bis 18 Uhr

    Eintrittspreise: Erwachsene 5 €, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei

    Der Maler und Graphiker Willi Sitte gilt als bekannter Vertreter des sozialistischen Realismus. Seine Kunst wird bestimmt durch figürliche Darstellungen, wobei die eher grobschlächtig anmutenden Figuren oft in nahezu barocker Form dargestellt werden. Schon in Kindertagen erlangt Sitte eine zeichnerische Meisterschaft, die ihn jedoch nicht davon abhält sich auch die Ausdrucksformen der Moderne anzueignen. Neben den Werken alter Meister orientiert er sich stark an modernen Künstlern wie Picasso und versucht Farben und Formen im flächigen Nebeneinander präzise aufeinander zu beziehen - jedoch immer verbunden mit einer spannungsvollen Bildaussage. Die an der Moderne neuerworbenen malerischen Fähigkeiten verbindet Sitte schließlich mit seinen altmeisterlichen Fähigkeiten als Zeichner, um von der flächenbetonten Gestaltung zu einer den Bildraum öffnenden Beweglichkeit zu gelangen. Dabei sind sowohl Liebespaare als auch weibliche und männliche Akte bevorzugte Sujets Sittes. Entscheidend für seine Kunst ist, dass er dabei die Darstellung gängiger Schönheitsideale konsequent verweigert. Nicht den schönen Menschen, sondern Vitalität und Dynamik will Sitte mit seiner Kunst sichtbar machen. Er wählt bewusst keine festen Zustände, sondern stellt seine Figuren immer in Bewegung und Aktivität dar. In diesem Zusammenhang stellt das Element des Wassers in seiner sich permanent verändernden Form ein zentrales Thema dar, das Sitte immer wieder aufgreift.

    Seine expressiven Körperdarstellungen verwendet der Künstler außerdem häufig als Ausdrucksmedium für gesellschaftliche und politischen Aussagen und Ideen. Neben seiner Kunst ist er zeitlebens politisch interessiert und aktiv, was seine künstlerische Produktivität jedoch nicht einschränkt. Seine politische Einstellung, nach der sich Sitte klar zum Kommunismus bekennt, spiegelt sich in seiner Kunst deutlich wieder. Dieser Umstand, der ihm zu DDR-Zeiten zu offizieller Anerkennung verhilft, führt dazu, dass Sittes künstlerisches Werk oft nicht nur nach künstlerischen, sondern auch nach politischen Aspekten beurteilt wurde und wird. Seine sozialistisch-kommunistische Grundeinstellung und seiner Parteikarriere in der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) ist gleichzeitig auch der Grund, warum sein Werk nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zur Gegenwart immer wieder kritisch betrachtet wird und bisweilen öffentliche Diskussionen ausgelöst hat.

    Die Ausstellung gibt einen Einblick in Sittes gesamtes künstlerisches Schaffen, insbesondere wird die Entwicklung des altmeisterlichen Zeichners hin zum modernen Realisten aufgezeigt.

    Badener Akt,1965

    Drei_Grazien_in_Vitrine, 1982

    Selbst mit Pinsel, 1999

    Review der Veranstaltung: